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Lesejahr 2022

Im Jahr 2022 habe ich 67.188 Seiten gelesen oder gehört (Vorjahr 2021: 65.600) und insgesamt 203 Titel unterschieden (wobei einige davon einzelne Kurzgeschichten oder Novellen waren).

Man kann sagen, dass ich im Durchschnitt 100 Seiten pro Tag gelesen (oder gehört) habe. Ungefähr eine Hörstunde pro Tag bekomme ich hin und eine Lesestunde in der Regel auch; fünfzig Seiten pro Stunde sind je nach Sprache und Komplexität mein Durchschnitt.

Romane, Magazine, Anthologien!

121 der 203 Werke waren Romane, die sind in der Überzahl. Sachbücher habe ich neun gelesen, der Rest sind einzelne Kurzgeschichten, Novellen, Story-Sammlungen, Anthologien und Magazine.

Alte Romane, neue, die neunziger Jahre?

Mit 80 Werken aus 2022 und 17 aus 2021 habe ich schon einen starken Anteil an aktueller Prosa. 

 

Ich habe nur neun Werke aus dem vorletzten Jahrhundert gelesen, fast alles Russen:

  1. N. W. Gogol: Petersburger Erzählungen (1835)
  2. N. W. Gogol: Meistererzählungen (vor 1852)
  3. Lewis Carrol: Alice im Wunderland (1865)
  4. Lew Tolstoi: Der Tod des Iwan Iljitsch (1886)
  5. Fjodor Dostojewski: Die Sanfte (1886)
  6. Fjodor Dostojewski: Die Brüder Karamasov (1880)
  7. Anton Tschechov: Verocka: Geschichten von der Liebe (ca. 1888)
  8. Anton Tschechov: Die Dame mit dem Hündchen (1899)
  9. Joseph Conrad: Herz der Finsternis (1899)

Dann kommt erst mal fast fünfzig Jahre nichts und danach eine SF-Kurzgeschichte von C. L. Moore: No woman Born (1944). 

Zeitraum Anzahl Werke
19. Jahrhundert 9
1900-1970 16
1991-1990 9
2000-2010 22
2011-2020 40
2021 17
2022 80

Ganz offensichtlich sind fast vier von zehn Werken, die ich lese, aus dem aktuellen Jahr. Nimmt man 2021 dazu, sind es sogar fast fünf von zehn Werken, die frisch erschienen sind.

Das betrifft nicht nur deutschsprachige Romane und Kurzgeschichten/Anthologien/Magazine, die ich natürlich auch für die Komitee-Arbeit des DSFP lese, sondern auch massig internationale Literatur aus aller Welt, wenn da auch die überwiegende Mehrheit anglo-amerikanisch ist.

Woher? Prosa nach Ländern

Ich gewinne hier keinen Heterogenitätspreis. Fast alles kommt aus Deutschland oder den USA, bestenfalls noch Großbritannien:

(fehlende Werke liegen daran, dass manche Magazine wie das Future Fiction Magazine und die Internova Prosa aus unterschiedlichen Herkunftsländern veröffentlichen)

Land Anzahl gelesener Werke 2022
 USA 80
Deutschland 68
Großbritannien 23
Russland 8
Australien 7
Österreich 2
Norwegen 2
Kanada 2
Nigeria 1
Polen 1
Südafrika 1

Prosa von Frauen, Männern oder nonbinären Personen?

Als ich im Oktober 2021 in Leer dem Vortrag zu #phantastischenFrauen von Theresa Hannig lauschte, wurde mir klar, dass ich hauptsächlich Prosa von Männern lese. Ich hatte begonnen, daran etwas zu ändern.

 

Sehr weit bin ich damit allerdings noch nicht gekommen.

M/W/NB gelesene Werke
M 112
W 51
NB 4

Wenn man sich nur die Prosa aus Deutschland anschaut, sieht es etwas besser aus. 

M / W / NB gelesene Romane aus Deutschland
m 21
w 18
nb 4

Wenn man bedenkt, dass SF-Romane aus Deutschland zu mehr als 70% von Herren stammen, habe ich da offenbar schon erfolgreich darauf geachtet, ausreichend viele Romane von Frauen und nonbinären Personen zu lesen. 

Die längsten!

Die längsten Romane im Jahr 2022 habe ich größtenteils gehört:

 

  1. Die Brüder Karamasov von Dostojewski mit 1152 Seiten
  2. Das Monstrum: Tommyknockers von Stephen King mit 1073 Seiten
  3. Der Talisman von Stephen King und Peter Straub mit 961 Seiten

Dazu kann ich sagen, dass Dostojewski diesen Platz für den Roman auch gebraucht hat, King mit Tommyknockers hätte sich deutlich (!) kürzer fassen müssen, Straub und King mit Der Talisman hätten auch ein wenig abspecken können.

Die besten!

Die besten fünfzehn deutschsprachen SF Kurzgeschichten aus 2022 bespreche ich hier. 

 

Die drei besten deutschsprachigen SF-Romane aus 2022 sind für mich:

  1. Neongrau von Aiki Mira
  2. Athos2643 von Nils Westerboer
  3. Drei Phasen der Entwurzelung von Lisa Jenny Krieg

Die besten drei Romane aus 2022 (nur erstmalig gelesene zählen, sonst wäre Todesmarsch von King auf Platz 1, aber das habe ich locker zum fünften Mal gelesen bzw. gehört):

  1. Tell me an Ending von Jo Harkin
  2. Der ewige Krieg von Joe Haldeman
  3. I am legend von Richard Matheson

Insgesamt habe ich mächtig viele gute Sachen gelesen! Wer wissen will, was das schlechteste war, das mir 2022 unter die Nase gekommen ist (laut eigenem Geschmack, ist subjektiv), schaut hier

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